Verhalten nach der Haartransplantation

Worauf müssen Sie bei der Pflege, beim Schlafen & beim Sport nach der HT achten?

Damit die frisch implantierten Haare nach einer Haartransplantation bestmöglich wachsen können, müssen einige wichtige Dinge in den Tagen und Wochen nach der Haar OP beachtet werden.

Zum richtigen Verhalten nach einer Eigenhaarverpflanzung gehören neben behutsamer Pflege (Haarwäsche) auch der Verzicht auf Sport, Sex, Alkohol und Rauchen.

Pflege der Haare nach dem Eingriff (Haarwäsche)

Empfängerbereich:

1-2 Tage nach der Haartransplantation wird das transplantierte Areal (Empfängerbereich) zum ersten Mal gewaschen. Es sollte ein spezielles, schonendes Shampoo (z.B. Baby Shampoo) verwendet werden, welches der Patient in der Regel von seiner Klinik bekommt.

Etwas Schaum erzeugen (z.B. in den Handflächen oder mit einem Schwamm), den Schaum auf die transplantierten Stellen auftupfen und anschließend abwaschen. Mit lauwarmem Wasser, ohne viel Druck. Der Kopf kann zum Schluss mit einem Fön (Kaltluft) oder Küchentüchern vorsichtig getrocknet werden.

Erst nach 1-2 Tagen nach der Haarverpflanzung sollte der Empfängerbereich zum ersten Mal gewaschen werden.

Dieser Vorgang sollte täglich einmal durchgeführt werden.

Achten Sie darauf, bei der Haarwäsche nicht zu reiben oder viel Druck auszuüben.

Um die Einstichstellen herum bilden sich nach der OP Blutkrusten, um die Stellen zu schützen und damit sich das Gewebe regenerieren kann. Eine Woche nach der Haarimplantation kann mit mehr Druck und massierenden Bewegungen gewaschen werden. Ziel ist die kleinen Wundkrusten einzuweichen, damit diese sich lösen und abfallen. Nach ca. 10 Tagen können die Krusten dann komplett entfernt werden.

Die wichtigste Heilungsphase ist abgeschlossen.

Zusätzlich zur täglichen Haarwäsche sollte eine Feuchtigkeit spendende Lotion oder Schaum verwendet werden. Manche Ärzte empfehlen auch 100%iges Salzwasserspray (isotonische Kochsalzlösung).

Die Verheilung der transplantierten Bereiche wird beschleunigt. Die spröde, trockene Kopfhaut wird mit Feuchtigkeit versorgt.

Mehr Infos

Zum Thema Haartransplantation & Haarausfall teilt unser HT Experte Clemens Weber auf seinem YouTube-Kanal:

#DerHTExperte

Spenderbereich:

Auch der Entnahmebereich sollten nach einer Haarverpflanzung täglich gewaschen werden. Im Gegensatz zum Empfängerbereich kann jedoch mehr Druck ausgeübt werden. Massierende, kreisende Bewegungen sind während der Kopfwäsche erlaubt. Die kleinen Wundkrusten, die sich im Spenderbereich bilden, fallen oftmals innerhalb der 1. Woche ab.

Mit Hilfe der Pflegelotion bzw. des Salzwassersprays kann der Spenderbereich befeuchtet werden, damit die Heilung schneller voranschreitet. Darüber hinaus werden dadurch evtl. auftretende Schmerzen und Juckreiz im Entnahmeareal gelindert.

Hinweis: Jede Klinik kann leicht abweichende Verhaltensregeln haben!

In den ersten Wochen und manchmal Monaten nach einer Haartransplantation kann die Kopfhaut gerötet und gereizt sein. Eine rote Kopfhaut ist normal und gehört zum Heilungsprozess. Die Intensität der Rötung kann, je nach Hauttyp, unterschiedlich ausgeprägt sein. Gegen die Rötung und zur Regeneration der Kopfhaut ist das Auftragen von z.B. Aloe Vera Gel empfehlenswert.

Nach der Haartransplantation Schlafen

In den ersten Tagen nach der Haartransplantation sollte ein Nackenkissen benutzt werden, sodass die richtige Schlafposition sichergestellt wird – auf dem Rücken, in leicht erhöhter, halbsitzender Position. Achten Sie darauf, nicht im Schlaf herumzuwälzen, beispielsweise durch die Verwendung von weiteren Kissen.

Kontakt des transplantierten Bereichs mit dem Kopfkissen oder der Bettkante sollte vermieden werden. So wird gewährleistet, dass die implantierten Haarfollikel nicht beschädigt werden.

Ab dem 7. Tag ist es möglich mit einem normalen Kissen (ohne „Nackenhörnchen“) zu schlafen.

Nach 10 Tagen kann man dann wieder ganz normal, ohne vorsichtig sein zu müssen, schlafen.

Soll nach der Haartransplantation eine Mütze getragen werden?

Um postoperative Risiken zu minimieren ist es ratsam 3 Tage lang keine Kopfbedeckung aufzusetzen. Der Verband wird in der Regel am 1. Tag nach der Haartransplantation abgenommen. Der Kopf bleibt also komplett frei. Man kann bedenkenlos wieder mit dem Flugzeug nach Hause fliegen (wenn die HT im Ausland stattgefunden hat).

Da die Kopfhaut sehr gut durchblutet ist, ist das Infektionsrisiko verschwindend gering.

Zwischen dem 4. und 10. Tag kann vorsichtig eine weite Kopfbedeckung getragen werden. Z.B. eine Cap oder ein Fischerhut (Anglerhut). Enganliegende Mützen und Helme sind nach 10 Tagen, wenn alle Wundkrusten ab sind, wieder erlaubt.

Mütze nach Haartransplantation
Mütze nach Haartransplantation: was ist erlaubt?

Das Tragen einer Kopfbedeckung nach einer Haar OP ist also kein Muss! Es sei denn man befindet sich unter starker Sonne. Intensive Sonnenbestrahlung der transplantierten Bereiche sollte für die ersten 2 Monate vermieden werden. Gleiches gilt auch für Solarium (Sonnenstudio).

Sport & körperliche Betätigung

Die ersten 3 Tage nach einer Haartransplantation sind enorm wichtig in Bezug auf das Anwachsen der Haare. In dieser Zeit ist es wichtig am „vorsichtigsten“ zu sein.

Nach 1 Woche: Geschlechtsverkehr (Sex) und ganz leichtes Joggen.

Nach 2 Wochen: Sportarten wie z.B. Fußball oder Krafttraining (Fitness), Schwimmen im Pool, körperliche Arbeiten.

Sport nach Haartransplantation
Nach ca. 2 Wochen ist Sport wieder möglich.

Schwitzen ist im Grunde kein Problem, kann jedoch in Ausnahmebildung zu Pickelbildung führen.

Alkohol, Rauchen & Kaffee

Damit die lokale Betäubung im Rahmen der Haarverpflanzung nicht zu schnell nachlässt, sollten 3 Tage vor der geplanten OP keine alkoholischen Getränke mehr konsumiert werden. Das gleiche gilt für die ersten Tage nach dem Eingriff. Kein Alkohol so lange Antibiotika eingenommen werden. Ca. 5-6 Tage lang.

Kaffee gilt als leichter Blutverdünner. Aus diesem Grund macht es Sinn, 1-2 Tage zuvor auf Kaffee zu verzichten. Am Tag danach können koffeinhaltige Getränke wieder wie gewohnt genossen werden.

In Bezug auf Rauchen (auch Shisha) wird empfohlen für 3 Tage vor und nach der Haartransplantation dies zu drosseln bzw. komplett zu unterlassen. Das Nikotin der Zigaretten bzw. Wasserpfeife kann sich negativ auf die Wundheilung und Versorgung der transplantierten Haare auswirken.

Medikamente nach der Haartransplantation

Es wird zwischen post operativen Medikamenten und Haarausfall-Medikamenten unterschieden.

Post OP Medikamente:

Nach der OP bekommt der Patient in der Regel Schmerztabletten und ein Antibiotikum. Die Schmerzmittel können in den Tagen danach bei Bedarf eingenommen werden. Die Antibiotika hingegen sind „verpflichtend“ einzunehmen. Als präventive Maßnahme gegen Infektionen und Entzündungen. Nahezu alle Kliniken weltweit empfehlen Ihren Patienten in den ersten 5-6 Tagen nach der OP Antibiotika zu benutzen.

Haarausfall-Medikamente:

Um den Prozess des erblich bedingten Haarausfalls zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen, gibt es zwei anerkannte Mitte, welche als Medikamente nach einer Haartransplantation zu empfehlen sind.

Wirkstoffe: Finasterid und Minoxidil 5%.

Produktnamen: Propecia und Regaine.

Viele Ärzte raten dazu, den weiteren Haarausfall mit diesen Mitteln zu stabilisieren und die Haartransplantation somit zu ergänzen. Ohne medikamentöse Behandlung des Haarausfalls kann dieser weiter voranschreiten. Je nach geerbter Genetik in der Familie. Nicht selten muss daher eine zweite oder gar dritte Haartransplantation erfolgen.

Die Anzahl der Spenderhaare ist jedoch limitiert!

Vitamine & Nahrungsergänzungsmittel

Ab dem 1. Tag nach der Behandlung können wieder Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden.

Positiven Einfluss auf die Haare können Mittel wie z.B. Biotin, Zink, Eisen und Sägepalmenextrakt haben.

Die Wirksamkeit von PRP (Eigenblutbehandlung) ist noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Einige Kliniken bieten PRP zusammen mit der Haartransplantation an. Andere nicht. Ob die Eigenblutbehandlung tatsächlich eine spürbare Wirkung nach einer Haartransplantation hat, ist stark umstritten.

Die Ernährung in den Wochen und Monaten danach steht in keinem nachweislichen Zusammenhang mit dem Erfolg der Haar OP.

Warum fallen die transplantierten Haare zunächst wieder aus?

In den ersten 2-8 Wochen nach einer Haartransplantation fallen die verpflanzten Haarfollikel zu 80-90% aus. Dies ist ein gewöhnlicher Prozess, der in der Unterbrechung der Blutversorgung der Grafts begründet ist.

Nach etwa 3-4 Monaten beginnt das erneute Wachstum nach dem „Schock“-Haarausfall und das Endresultat  ist nach 1 Jahr erzielt.

In einigen Fällen fallen auch nicht transplantierte Haare aus. Die Gründe sind der Schock und das Trauma der Behandlung. Dieser Verlauf ist aber temporär. Zusammen mit den transplantierten Haaren wachsen die „alten“ Haare wieder nach. Es sei denn, die nicht transplantierten Haare sind bereits sehr schwach und befinden sich im Endstadium Ihres Lebens. In diesem Fall kann es zu permanentem Ausfall dieser kommen. Hilfsmittel wie z.B. Streuhaare (Toppik) können die anfängliche Zeit des Haarausfalls optisch aufbessern. Manche Patienten bevorzugen eine gepflegte Kurzhaarfrisur in den ersten Monaten nach einer Haarverpflanzung.

Nach 2 Monaten könnten die Haare auch wieder gefärbt oder getönt werden.

Haare schneiden nach Haartransplantation

2 Monate nach der Haartransplantation können die Haare wieder mit einer Haarschneidemaschine geschnitten werden. Entweder vom Friseur oder vorsichtig selbst. Innerhalb der ersten 2 Monate ist eine Schere empfehlenswerter. Im Spenderbereich hingegen kann der erste Friseurbesuch bereits nach 2 Wochen stattfinden – die Haare am Hinterkopf und den Seiten können wieder geschnitten werden.

Wann wachsen die transplantierten Haare?

Der Heilungsprozess ist in etwa zwei Wochen nach der Transplantation abgeschlossen. Anschließend lässt sich das Wachstum der Haare in verschiedene Phasen einteilen.

  • 2-8 Wochen: In den ersten Wochen nach der Operation fallen die transplantierten Haare wieder aus. Das ist jedoch ganz normal und gehört zum Prozess dazu, bevor die Haare in die Ruhephase übergehen.
  • 3 Monate: Erste Teilergebnisse werden sichtbar und die Haare beginnen nun dauerhaft zu wachsen, wenn auch anfangs nur dünn und flaumartig. Die Haare können teilweise auch etwas drahtig und wellig wirken.
  • 4-6 Monate:  Die Haare wachsen jetzt kräftig und strukturiert. Man sieht von Monat zu Monat deutliche Verbesserungen. Die Haardichte und das Volumen nehmen zu. Erste schöne Frisuren sind wieder möglich.
  • 9-12 Monate: Je nach individuellen Merkmalen des Patienten schreitet das Wachstum nach einer Haartransplantation unterschiedlich schnell voran. Nach etwa zwölf Monaten sollten jedoch alle Haare wieder nachgewaschen sein, sodass das Endresultat sichtbar ist.

Die Nachbehandlung und das Endresultat nach der Haartransplantation erfordern also etwas Geduld. Wer die Empfehlungen der Ärzte ordnungsgemäß befolgt, kann den Heilungsprozess jedoch aktiv unterstützen und wird sich schon bald über einen optimalen Haarwachstum freuen können.

Clemens Weber

Unser HT Experte ist Ihr kompetenter Ansprechpartner, wenn es um das Thema Haartransplantation geht. Seit 2011 beschäftigt er sich mit dem Thema Eigenhaartransplantation und unterstützt Betroffene von Haarausfall dabei, den richtigen Arzt für eine Haartransplantation in der Türkei zu finden. Als Experte und Berater hat er bereits über 1500 Menschen vor, während und nach ihrer Haarverpflanzung betreut und begleitet.

Sein YouTube Kanal: Der HT Experte