Eine Haartransplantation ist ein effektiver Weg, um gegen Haarausfall anzukämpfen und die Haarpracht wieder in vollem Glanz erstrahlen zu lassen. Dabei ist es jedoch auch wichtig, dass nach dem Eingriff einige Dinge beachtet werden, um Risiken vorzubeugen und ein bestmögliches Wachstum nach der Haartransplantation zu erhalten. Erfahren Sie hier mehr über das richtige Verhalten nach einer Haartransplantation.

Verhalten nach der HaartransplantationPflege der Haare nach dem Eingriff

Das Spenderareal und auch der transplantierte Bereich kann ab dem 1. Tag nach dem Eingriff vorsichtig gewaschen werden. Vor allem während der ersten zwei Wochen sollte hierfür ein spezielles, schonendes Shampoo verwendet werden. Eine Pflegelotion wird zusätzlich auf die behandelnden Bereiche aufgetragen, um die Abheilung zu beschleunigen und der trockenen / spröden Kopfhaut Feuchtigkeit zu spenden.

Achten Sie darauf, bei der Haarwäsche nicht zu reiben, sondern gehen Sie vorsichtig mit sanftem Tupfen vor und verzichten Sie auf ausgiebige Kopfmassagen. Um die Einstichstellen herum bilden sich nach der OP Blutkrusten, um die Stellen zu schützen und damit sich das Gewebe regenerieren kann. Ab dem 8. Tag können Sie diese Kruste sanft mit den Fingern massieren, um die Durchblutung anzuregen und so die Krusten zu entfernen. Verwenden Sie lauwarmes Wasser und einen leichten Wasserstrahl und passen Sie auf, dass Sie nicht mit den Fingernägeln kratzen.

Nach dem Waschen sollten Sie die Haare nicht trocken rubbeln, sondern sanft abtrocknen und lufttrocknen lassen. Auf Haartrockner, Sprays oder Gel sollte für mindestens zehn Tage verzichtet werden. Zudem empfiehlt es sich, während der ersten zwei Monate keinen Nassrasierer oder elektrischen Haarschneider am Empfängerbereich zu verwenden.

Verhalten nach der Haartransplantation: Sport, Alkohol, Schlafen und Co.

Aus medizinischer Sicht sind Sie bereits 24 Stunden nach der Haartransplantation wieder gesellschafts- und arbeitsfähig. Dennoch empfehlen wir Ihnen noch mindestens drei Tage körperliche Schonung. Ab dem 4. Tag spricht jedoch nichts dagegen, dass Sie sich wieder wie gewohnt bewegen und zur Arbeit gehen. Dennoch sollten Sie während der Heilungsphase ein paar Dinge beachten.

Die betroffenen Stellen sollten während der ersten Tage nicht berührt werden (außer während der täglichen Kopfwäsche). Zudem sollte selbst bei Juckreiz auf keinen Fall gekratzt werden! Während der ersten vier Tage sollte außerdem auf Alkoholkonsum, Rauchen und anstrengende Tätigkeiten verzichtet werden. Meiden Sie auch staubige oder unhygienische Orte, um die Kopfhaut nicht zu gefährden.

Sport nach der Haartransplantation

Besonders innerhalb der ersten vier Tage sollte auf Sport und jegliche körperliche Anstrengung, Stress, sowie sexuelle Aktivitäten verzichtet werden. Entstehende Schweißtropfen auf der Kopfhaut könnten nämlich die Grafts beschädigen. Wenn die Haare verschwitzen oder verschmutzen, wird zudem der Heilprozess erschwert und eine Infektion riskiert. Während der ersten drei Wochen sollten außerdem keine Schwimmbäder, Saunas, Salzwasserbäder oder Hamams aufgesucht werden.

Nach etwa 2 Wochen kann wieder mit leichtem Sport und begonnen werden. Anstrengendes Krafttraining sollte jedoch frühestens 3-4 Wochen nach der Behandlung wieder aufgenommen werden.

Kopfbedeckung nach der Haartransplantation Soll nach der Haartransplantation eine Mütze getragen werden?

Nach einer Haartransplantation sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass direkte Sonneneinstrahlung für etwa 6-8 Wochen vermieden wird.

Daher empfiehlt sich, in der Anfangsphase eine weite Kopfbedeckung, wie z.B. einen Anglerhut oder eine weite Cappy zu tragen, um die betroffenen Areale vor Sonneneinstrahlung abzuschirmen. Die Mütze hat außerdem den Vorteil, die Kopfhaut vor Staub und Schmutz zu schützen.

Nach der Haartransplantation Schlafen

In den ersten Tagen nach der Haartransplantation sollte ein Nackenkissen benutzt und ausschließlich auf dem Rücken geschlafen werden. Achten Sie darauf, nicht im Schlaf herumzuwälzen, beispielsweise durch die Verwendung von weiteren Kissen. Ab dem 6. Tag ist es wieder möglich, auf der Seite zu schlafen und ab dem 10. Tag ist auch auf der Brust schlafen wieder erlaubt.

Medikamente: Minoxidil nach der Haartransplantation

Nach einer Haartransplantation wird der Haarwuchs oft durch begleitende Medikamente unterstützt. Das bekannteste Mittel ist hierbei Minoxidil, das in Form von Schaum im Medikament Regaine enthalten ist. Dank des Medikaments soll mehr Haardichte erreicht und die Haarwurzeln zum Neuwachstum angeregt werden. Dabei wird der Schaum einfach auf betroffene Kopfpartien aufgetragen, sollte jedoch nicht mit anderen Mitteln auf der Kopfhaut kombiniert werden.

Abgesehen davon gibt es noch den Wirkstoff Finasterid, enthalten etwa im Medikament Propecia, das das Kopfhaar ebenfalls wieder verdichten soll. Das Medikament ist rezeptpflichtig. In diesem Video fassen wir die wichtigsten Dinge, die Sie nach der Operation beachten sollten, noch einmal kurz für Sie zusammen:

Die Wachstumsphasen nach der Haartransplantation

Der Heilungsprozess ist in etwa zwei Wochen nach der Transplantation abgeschlossen. Anschließend lässt sich das Wachstum der Haare in verschiedene Phasen einteilen. In den ersten Wochen nach der Operation fallen die transplantierten Haare wieder aus. Das ist jedoch ganz normal und gehört zum Prozess dazu, bevor die Haare in die Ruhephase übergehen.

Ab dem 3. Monat nach der Behandlung sind bereits erste Teilergebnisse sichtbar und die Haare beginnen nun dauerhaft zu wachsen, wenn auch anfangs nur dünn und flaumartig. Etwa sechs Monate nach der Haartransplantation beginnen die Haare dann kräftig und strukturiert zu wachsen und man sieht von Monat zu Monat deutliche Verbesserungen.

Je nach individuellen Merkmalen des Patienten schreitet das Haarwachstum unterschiedlich schnell voran. Nach etwa zwölf Monaten sollten jedoch alle Haare wieder nachgewaschen sein, sodass das Endresultat sichtbar ist.

Die Nachbehandlung und das Endresultat nach der Haartransplantation erfordern also etwas Geduld. Wer die Empfehlungen der Ärzte ordnungsgemäß befolgt, kann den Heilungsprozess jedoch aktiv unterstützen und wird sich schon bald über einen optimalen Haarwachstum freuen können.