Haarausfall bei Männern: Arten und Behandlungen
Haarausfall

Haarausfall bei Männern: Arten und Behandlungen

Viele Männer leiden an Haarausfall – und das eigene Selbstwertgefühl leidet dabei oft gleich mit. Eine volle Mähne am Kopf gilt als Vitalitätszeichen und der Verlust der Haare kann sich mitunter schwer auf die Psyche legen. Doch ob und wie der Haarausfall beim Mann behandelbar ist, hängt ganz von der jeweiligen Art des Haarverlustes ab. Hier erklären wir, welche unterschiedlichen Ursachen es für Haarausfall bei Männern gibt und was man jeweils dagegen unternehmen kann.

Ursachen für Haarausfall bei Männern

Haarausfall ist bei Männern ein sehr weit verbreitetes Thema. Etwa 80% aller kaukasischen Männer haben im Laufe ihres Lebens mit einer schwindenden Haarpracht zu kämpfen. Doch selbst wenn das Problem gang und gäbe ist, kann der Haarausfall Männer dennoch sehr belasten. Um effektiv etwas dagegen zu unternehmen, muss allerdings zuerst einmal festgestellt werden, um welche Art des Haarausfalls es sich eigentlich handelt.

Erblich bedingter Haarausfall bei Männern

Die weitaus häufigste Art des Haarausfalls bei Männern ist die androgenetische Alopezie – der erblich bedingte Haarausfall. Ganze 95% der Fälle von Haarausfall sind auf diese Ursache zurückzuführen. Hier spielt die genetische Veranlagung zwar eine große Rolle, sagt jedoch nicht unbedingt den wahrscheinlichen Verlauf des Haarausfalls aus.

erblich bedingter haarausfall bei männern

Haarausfall ist ein Problem, das viele Männer betrifft.

Schuld an dieser Art des Haarverlusts ist ein Abbauprodukt des Sexualhormons Testosteron, das sogenannte DHT (Dihydrotestosteron). Die Haarwurzeln reagieren mit der Zeit sehr empfindlich auf das DHT, was ihre Wachstumsphase und Lebensdauer verkürzt.

Die Folge: Die Haare werden immer dünner und fallen schließlich aus. Dieser Haarausfall ist chronisch und schreitet mit zunehmendem Alter immer weiter voran. Was mit Geheimratsecken beginnt, verwandelt sich also meist langsam aber sicher in eine Glatze.

Kreisrunder Haarausfall beim Mann

Etwa 1-2% der Haarausfälle bei Männern sind auf Alopecia areata, den sogenannten kreisrunden Haarausfall zurückzuführen. Dabei bilden sich plötzlich mehrere runde oder ovale kahle Flecken. Die Stellen sind anfangs oft nur münzgroß und können überall am Körper auftreten, wie etwa an Kopf, Bart, Augenbrauen oder Armen und Beinen. Die Haare, die um die Löcher herum wachsen, lassen sich meist sehr leicht herausziehen.

Mediziner vermuten als Grund für den kreisrunden Haarausfall eine Autoimmunerkrankung, also eine Krankheit, die sich gegen den eigenen Körper richtet. Der Körper sieht die Haare dabei als Fremdkörper, ähnlich wie Bakterien oder Viren, und will sie bekämpfen. Somit beginnen die eigenen Abwehrzellen dann die gesunden Haarfollikel zu schädigen. Ebenso sind Erblichkeit oder psychische Komponenten wie Stress oder ein schwerer Schock als Ursachen möglich.

Beim kreisrunden Haarausfall handelt es sich also um einen krankhaften Haarverlust, dessen Verlauf leider nur schwer vorauszusagen ist. Entscheidend ist aber, dass die Haarfollikel hier nicht komplett absterben, sondern das Wachstum bloß ruht. Deshalb ist der kreisrunde Haarausfall in vielen Fällen auch wieder umkehrbar. Unter Umständen kann es aber trotzdem zu einer vollständigen Glatzenbildung kommen.

Diffuser Haarausfall beim Mann

Im Gegensatz zum genetischen oder kreisrunden Haarausfall, wo die Haare in bestimmten Mustern ausfallen, verflüchtigen sich die Haare beim diffusen Haarausfall gleichmäßig vom gesamten Kopf. Zwar sind Frauen in der Regel häufiger davon betroffen, aber auch bei Männern kann diese Art von Haarverlust auftreten.

entzündlich bedinger haarausfall

Entzündlich bedingter Haarausfall setzt meist akut ein

Das Knifflige an diesem Haarschwund ist, dass die Ursachen dafür sehr vielfältig sein können.

So können beispielsweise Hormonschwankungen oder eine Unterfunktion der Schilddrüse mögliche Auslöser sein.

Aber auch bestimmte Medikamente, eine Chemotherapie, chronische Erkrankungen, Schwermetallvergiftungen oder eine Operation unter Vollnarkose können einen Haarverlust herbeiführen.

Manchmal wird eine Mangelernährung, vor allem ein Eisen- oder Zinkmangel, für den Haarausfall verantwortlich gemacht, doch auch psychische Belastungen wie Stress spielen dabei eine große Rolle. Die gute Nachricht ist jedoch: Diffuser Haarausfall tritt meist nur vorübergehend auf!

Vernarbte Alopezie

Diese Version des Haarverlustes tritt nur äußerst selten und meist ohne spezifischen Grund auf. Dabei werden geschädigte oder zerstörte Haarfollikel durch vernarbtes Gewebe ersetzt. Die Narben verhindern dann, dass neue Haare wachsen können. Das Ergebnis ist ein langsamer, asymmetrischer Haarverlust mit Narbenbildung. Bei den betroffenen Stellen kann es außerdem zu Rötungen, Schuppen, Juckreiz, Blasen oder Schmerzen kommen.

Vernarbte Alopezie kann erblich bedingt sein oder durch Entwicklungsstörungen der Haarfollikel hervorgerufen werden. Unter Umständen kommt sie jedoch auch als Begleiterscheinung von Infektionen, Tumoren, Verbrennungen oder Verletzungen vor. Fest steht jedenfalls: Je früher diese Art von Haarausfall beim Mann erkannt wird, desto besser ist sie zu behandeln.

Haarausfall bei Männern stoppen: Was hilft?

Wenn das Schwinden der Haare immer weiter fortschreitet, kann der Haarausfall Männern oft unangenehm werden. Um das Verschwinden der Haare aber auch richtig behandeln zu können, ist es wichtig zu wissen, was genau der Auslöser dafür ist. Als erster Schritt sollte daher auf jeden Fall der Dermatologe aufgesucht werden. Je nachdem, um welche Art von Haarausfall es sich dann handelt, ergeben sich dabei unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

Was hilft bei diffusem Haarausfall?

Diese Art von Haarausfall ist in der Regel gut umkehrbar. Sobald die Ursache für den Haarverlust gefunden wird, kann sie gezielt behandelt werden und die Haare wachsen wieder nach.

ernährungsumstellung bei haarausfall

Eine Ernährungsumstellung kann gegen Haarausfall helfen.

Eine Ernährungsumstellung, Nahrungsergänzungsmittel und das Vermeiden von Stress helfen, die Haarfollikel wieder widerstandsfähiger zu machen. Eine Stressreduktion ist ebenfalls sehr wichtig. Durch eine ausgewogene Ernährung und eine stressreduzierte Lebensweise kann diffuser Haarausfall übrigens sehr gut vorgebeugt werden!

Was tun bei kreisrundem Haarausfall?

In den meisten Fällen verschwindet der kreisrunde Haarausfall nach 3-6 Monaten von ganz allein. Die gängigen auf dem Markt erhältlichen Mittel helfen bei dieser Form des Haarausfalls hingegen leider nicht. Gelegentlich wird von Ärzten Kortison oder Zink verschrieben, damit die Haare wieder zum Wachsen angeregt werden.

Bei größeren blanken Stellen wird manchmal auch eine topische Immuntherapie angeordnet. Dabei werden bestimmte Chemikalien auf die Kopfhaut aufgetragen, um eine gezielte Allergie auszulösen. Durch diese Entzündung wird das Immunsystem quasi abgelenkt, sodass die Haarwurzel wieder Haare produzieren kann.

Erblich bedingten Haarausfall stoppen

Heutzutage gibt es hauptsächlich zwei Medikamente, die den anlagenbedingten Haarausfall etwas eindämmen sollen:

  • Minoxidil: Die positiven Effekte, die Minoxidil auf das Haarwachstum hat, wurden durch Zufall entdeckt. Ursprünglich wurde es als Mittel gegen Bluthochdruck eingesetzt, doch bald schon bemerkten Frauen unerwünschte Nebenwirkungen, wie ein verstärktes Haarwachstum am ganzen Körper. Mittlerweile ist Minoxidil als Lösung oder Schaum für den Kopf verfügbar und soll dort das Haarwachstum anregen. Dennoch sollte man sich nicht zu viel erwarten, denn das Mittel wirkt erst nach mehreren Monaten und auch nicht bei jedem.
  • Finasterid: Finasterid ist rezeptpflichtig und hemmt die Umwandlung von Testosteron in DHT. Auf diese Weise soll es laut einigen Studien gute Ergebnisse erzielen. Das Mittel wird allerdings für seine Auswirkungen auf Hormonhaushalt und Sexualität kritisiert. So kann es die Libido senken und in selten Fällen sogar dazu führen, dass bei Männern Brüste wachsen und schmerzen. Für eine bleibende Wirksamkeit muss das Medikament außerdem dauerhaft angewendet werden.

Haartransplantation gegen erblichen Haarausfall

Vollkommen ohne Hormone kommt dagegen ein immer beliebteres Mittel gegen anlagenbedingten Haarausfall aus: eine Transplantation von Eigenhaar.

haartransplantation bei haarausfall

Haartransplantation sind eine dauerhafte Lösung

Dabei werden gesunde Haarfollikel vom Kopf entnommen, präpariert und anschließend in die kahlen Stellen eingepflanzt.

Mit einer Anwuchsrate von 95% werden dadurch sehr gute Ergebnisse erzielt. Eine Transplantation kann das Problem des Haarausfalls daher vorübergehend oder sogar dauerhaft lösen.

Was tun bei Haarausfall als Mann?

Wer träumt nicht von vollem, gesundem Haar? Da kann ein Haarausfall Männer schon ziemlich entmutigen. Will man jedoch nicht gleich zu Medikamenten greifen, gibt es auch ein paar Dinge, die man beim Verlust der Haare selbst ausprobieren kann.

Shampoo gegen Haarausfall bei Männern

In der Drogerie oder Apotheke gibt es mittlerweile verschiedene Shampoos, die Haarausfall vorbeugen sollen.

shampoo gegen haarausfall

Unzählige Shampoos sollen gegen Haarverlust helfen

Sie sind meist mit anregenden Wirkstoffen wie Koffein angereichert und sollen die Haarfollikel vor DHT schützen.

Auch basische Shampoos sollen helfen, weil sie nicht zu aggressiv sind. Sie reinigen das Haar sanft und reichern es noch zusätzlich mit Nährstoffen an. Gemeinhin sollte von diesen Shampoos jedoch keine Wunder erwartet werden.

Haarausfall Männer: Frisur ändern

Längere Haare, die zu einem sogenannten Man Bun und Top Knot frisiert werden, liegen auch bei Männern gerade besonders im Trend. Trägt man jedoch ständig einen streng zurückgekämmten Pferdeschwanz, ist das für die Haare nicht gesund.

Die Haare halten dem Zug auf Dauer nämlich nicht Stand, was einen Verlust noch mehr begünstigt. Stattdessen ist es besser, längere Haare so oft wie möglich offen zu tragen.

Tipp: Mit manchen Frisuren, wie einem lässigen Comb-Over, kann der Haarverlust unter Umständen etwas kaschiert werden. Auch modische Hüte oder Schildkappen können als Accessoire eingesetzt werden und die schwindende Haarpracht etwas verstecken.

Wer sich dennoch nicht wohl mit seinem Erscheinungsbild fühlt, kann bei einem Besuch beim Dermatologen bestimmt eine individuell passende Lösung finden, um dem Haarausfall Lebwohl zu sagen.