Krusten nach Haartransplantation entfernen
Haartransplantation

Krusten nach der Haartransplantation entfernen 5/5 (3)

Wie muss ich mit der Krustenbildung nach der Haar-OP umgehen?

Krusten entfernenBei einer Eigenhaarverpflanzung werden für das Einsetzen der Haarfollikel oder den Grafts winzige Schnitte in die Kopfhaut eingebracht. Wie bei jeder anderen Wunde, etwa durch eine Schnittverletzung während des Zubereitens von Lebensmitteln in der Küche, gerinnt nach kurzer Zeit das austretende Blut und bildet eine Kruste. Natürlich sind es zwar zahlreiche, jedoch nur sehr kleine Schnittwunden, die ohne sichtbare Narbenbildung verheilen. Damit dieser Heilungsprozess reibungslos verlaufen kann, sollten sich Patienten, die sich einer Haartransplantation unterzogen haben, bestimmte Regeln und Vorgaben einhalten.

Unmittelbar nach der Haartransplantation

Direkt nach der OP macht sich das menschliche Immunsystem daran, die kleinen Wunden auf der Kopfhaut zu verschließen. Die Gerinnung des Blutes und damit die Krustenbildung besitzt dabei nicht nur den Zweck, die Blutung zu stoppen. Die entstehende Kruste ist gleichzeitig ein Schutz vor Schmutz und Staub. Unter der Kruste geht der Heilprozess weiter, weshalb die Kruste eine bestimmte Zeitlang auf der Kopfhaut verbleiben muss.
In der Regel ist die Krustenbildung schon wenige Stunden nach der OP abgeschlossen.

Disziplin ist nun wichtig

Wer kann schon der Versuchung widerstehen, den Schorf einer Wunde zu betasten und auch mit den Fingern ein bisschen nachzuhelfen, um die Kruste abzulösen? Dieser Versuchung muss nach einer Haartransplantation auf jeden Fall widerstanden werden, auch wenn es ab und zu einmal juckt. Gerade in den ersten Tagen nach der Eigenhaarverpflanzung sind die Grafts noch nicht mit der Kopfhaut verbunden und würden mit der Kruste zusammen entfernt werden. Später, etwa nach 4 bis 6 Wochen, fallen die Grafts zwar von selbst aus, dann jedoch hat sich die für das Haarwachstum wichtige Haarpapille in der Kopfhaut fest verankert.

Die ersten fünf Tage

6. Tag nach der OP

Die wohl heikelste Zeit nach einer Haartransplantation sind die ersten fünf Tage. In diesem Zeitraum sollte der transplantierte Bereich nur sehr sanft und sehr vorsichtig berührt werden. Trotzdem kann jetzt schon quasi vorgearbeitet werden, um die Krustenlösung zu beschleunigen. Normalerweise sollten alle Krusten nach spätestens 10 bis 14 Tagen abgefallen sein. Eine länger anhaltende Krustenbildung kann Ursachen haben, die mit dem Arzt besprochen werden sollten.

Um den Heilungsprozess zu beschleunigen, darf 48 Stunden nach der OP eine Haarwäsche nach folgendem Schema vorgenommen werden:

Eine sehr milde Lotion auf den transplantierten Bereich vorsichtig auftupfen, auf keinen Fall einreiben oder einmassieren. Die Lotion muss nun etwa 40 Minuten einwirken. Im Anschluss wird sie mithilfe von lauwarmem Wasser ohne Zuhilfenahme der Hände abgespült. Nun kann auch noch ein Shampoo verwendet werden, jedoch sollte es ein bereits vorgeschäumtes Haarwaschmittel sein, um das Einreiben und aufschäumen per Hand zu vermeiden. Wiederum auftupfen, etwa drei Minuten einwirken lassen und ebenfalls mit lauwarmem Wasser abspülen. Das Abtrocknen erfolgt natürlich gleichermaßen sehr vorsichtig mittels abtupfen, wozu ein möglichst glattes Tuch verwendet werden sollte. Frottee-Handtücher sind aufgrund ihrer groben Struktur weniger geeignet.

Täglich wiederholen

Der beschriebene Waschvorgang der Kopfhaut inklusive des Einwirkens der Lotion kann nun für den Zeitraum von 10 Tagen einmal täglich wiederholt werden. Das hilft übrigens auch sehr gut gegen eventuell auftretenden Juckreiz. In dieser Zeit sind zudem körperliche Anstrengungen zu vermeiden, denn Schweißbildung wirkt sich kontraproduktiv auf die Abheilung der Wunden aus.

Spätestens am 15. Tag nach der Haartransplantation sollten alle Krusten von der Kopfhaut abgefallen sein. Nach etwa 12 bis 14 Tagen kann bei hartnäckigen Krusten durch sanftes Reiben, nicht kratzen, nachgeholfen werden.

Der Spenderbereich der Kopfhaut benötigt natürlich ebenfalls Pflege, jedoch genügt hier das Shampoo und es darf ein wenig gerieben werden.

In der Regel erhalten Sie vom operierenden Arzt bestimmte Verhaltensvorgaben für die Zeit nach der OP und oft auch entsprechende Hilfsmittel wie eine Nackenstütze für die Schlafenszeit und eine spezielle Kopfbedeckung, um die transplantierten Haare vor der Sonne zu schützen. Nutzen Sie diese und Ihre Haartransplantation wird von Erfolg gekrönt sein.