Juckende Kopfhaut & Haarausfall: Das kann dahinterstecken

Wenn die Kopfhaut juckt und brennt, kann das oft krankhafte Hintergründe haben. Spätestens, wenn dann auch noch die Haare ausgehen, macht sich bei den Betroffenen aber oft Besorgnis breit. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie eine juckende Kopfhaut mit Haarausfall zusammenhängen kann und wie man am besten dagegen vorgeht.

Kann trockene Kopfhaut Haarausfall verursachen?

Wenn die Kopfhaut juckt, kann das erst einmal daran liegen, dass sie besonders trocken ist. Doch in den meisten Fällen ist eine trockene Kopfhaut nicht der Auslöser für Haarausfall, sondern gemeinsam mit dem Haarverlust ein Anzeichen für etwas anderes. Wenn der Juckreiz also anhält und zusammen mit anderen Symptomen wie Rötungen, Schmerzen, Pickeln oder Haarverlust auftritt, ist es Zeit, zum Arzt zu gehen.

Denn je nachdem, welche Irritationen die Kopfhaut zeigt, können unterschiedliche Ursachen hinter dem Juckreiz stecken.

Juckende Kopfhaut kann im Zusammenhang mit Haarausfall stehen.
Juckende Kopfhaut kann im Zusammenhang mit Haarausfall stehen.

Mögliche Ursachen, wenn die Kopfhaut juckt

Gründe für ein vermehrtes Jucken der Kopfhaut gibt es viele, von Milben über Kopfläuse bis hin zu Unverträglichkeiten von Haarpflegeprodukten. Besonders beängstigend ist jedoch für viele, wenn zugleich noch die Haare auszufallen beginnen. Der ständige Drang, sich am Kopf zu kratzen ist also nicht nur lästig, sondern kann ein Symptom verschiedener Erkrankungen sein.

Neurodermitis auf der Kopfhaut

Wenn sich ein Ekzem auf der Kopfhaut befindet, haben Betroffene oft mit starkem Juckreiz zu kämpfen. Vor allem das atopische Ekzem, umgangssprachlich Neurodermitis genannt, zeichnet sich durch gerötete und schuppige Stellen aus. In manchen Fällen kann es dabei an den betroffenen Arealen sogar zu einem stellenweisen Haarverlust kommen.

Schuppenflechte auf der Kopfhaut

Eine Schuppenflechter, oder Psoriasis, erkennt man an runden, rötlichen Hautirritationen, die stark schuppen. Sie entsteht, wenn sich die Hautzellen zu schnell erneuern und sich dadurch vermehrt Schuppen bilden. Die Grenze zur Lederhaut, der unteren Hautschicht, die sehr gut durchblutet ist, wird dadurch sichtbar. Auch an diesen Stellen kann es passieren, dass Haare ausgehen.

Schuppen und Haarausfall: Das seborrhoisches Ekzem

Bei diesem Ekzem handelt es sich um einen schuppenden Hautausschlag mit Rötungen, der meist am Kopf auftritt. Der Ausschlag entsteht, wenn sich übermäßig viele Hefepilze, wie der Malassezia furfur, auf der Kopfhaut bilden. Zwar wächst dieser Pilz normalerweise auf jeder Kopfhaut, doch wenn zu viel davon vorhanden ist, kann das die Haut reizen. Unter Umständen kann das seborrhoische Ekzem Haarausfall nach sich ziehen.

Pilz auf der Kopfhaut

Diverse Hautpilzerkrankungen können sich ebenfalls auf dem Kopf bilden. Anzeichen dafür sind entzündliche Reaktionen der Hautstellen, etwa durch eine starke Rötung, Pickel oder Schwellungen, die verhärtet oder kahl werden können. Gerade bei einer Pilzerkrankung ist es wichtig, sich nicht zu kratzen. Ansonsten könnten die Sporen an den Fingernägeln hängenbleiben und an andere Personen weitergetragen werden.

Allergien und Stress

Ein ständiges Jucken der Kopfhaut kann natürlich schlichtweg auch daher rühren, dass man allergisch auf bestimmte Shampoos, Haarfärbemittel oder Stylingprodukte reagiert. Haarpflegeprodukte können die Kopfhaut austrocknen und reizen, was ein unangenehmes Kribbeln verursacht. In manchen Fällen gehen die Haare dabei sogar aus.

Ein Juckreiz an der Kopfhaut kann allerdings auch eine Stressreaktion sein. Bei einem erhöhten Stresslevel wird schließlich viel Adrenalin ausgeschüttet, sodass Verspannungen auf der Kopfhaut entstehen können. Dazu kann ein verstärktes Kribbeln kommen.

Pickel auf der Kopfhaut und Haarausfall

Wenn beißende Pickel auf der Kopfhaut entstehen, können eine Haarwurzelentzündung oder Akne die Übeltäter sein. Bleiben die Pickel unbehandelt, können sie sich weiter ausbreiten und Entzündungen, Krusten oder Vernarbungen verursachen. Unter Umständen gehen dabei auch die Haare an verloren.

Wenn die Kopfhaut schmerzt und Haarausfall droht: Trichodynie

Was aber, wenn mehr als nur ein Jucken oder Kribbeln auftritt und die Kopfhaut regelrecht schmerzt? Grundsätzlich können auch hier erst einmal die üblichen Verdächtigen wie Schuppenflechten, Neurodermitis, sowie Läusebefall, ein Sonnenbrand oder ein Kopfpilz für die brennende Kopfhaut verantwortlich sein.

Ist die schmerzende Kopfhaut von Haarausfall begleitet, kann ebenso eine Trichodynie (griech. für „Haarschmerz“) dahinterstecken. Hier reagiert die Kopfhaut so empfindlich, dass sie etwa selbst beim Kämmen meist schon schmerzt. Charakteristisch für die Trichodynie ist, dass die Kopfhaut selbst unauffällig aussieht und keine Rötungen oder Schuppungen auftreten.

Dabei ist das Problem alles andere als selten! Laut einer türkischen Studie leiden über 30% aller Patienten, die eine medizinische Haarsprechstunde besuchen, unter dem Haarschmerz. Häufig kommt es neben dem Verlust der Haare auch zu Spannungskopfschmerzen.

Leider ist die genaue Ursache für diese Art von Schmerz noch nicht genau erforscht. Als mögliche Ursache wird beispielsweise eine Entzündung an der Kopfhaut vermutet. Da bei Patienten mit Trichodynie häufig Begleiterscheinungen wie Depressionen und Ängste auftreten, ist auch Stress ein möglicher Auslöser.

Behandlung von Kopfhautjucken und Haarausfall

Wenn die Kopfhaut nicht zu kitzeln aufhört und nebenbei auch noch mehr und mehr Haare verloren werden, sollte nach einer passenden Behandlung gesucht werden. Für die Prognose und die entsprechenden Medikamente ist der Dermatologe die richtige Ansprechperson. Hautpilze, Ekzeme oder Neurodermitis können mit Arzneien in der Regel gut behandelt werden und Läuse, Flöhe oder Milben lassen sich mit den richtigen Mitteln ebenfalls vertreiben. Wenn die Erkrankung erfolgreich behandelt wird, lässt das Kribbeln nach und die Haare wachsen wieder.

Da das Kopfhautjucken nicht selten vom Stress rührt, sollten Betroffene unbedingt für Entspannung sorgen. Beruhigende Kopfmassagen oder Methoden zur Muskelentspannung können dabei wesentlich zur Erholung beitragen. Auch Meditation und autogenes Training können das Stresslevel ein wenig senken.

Und selbst wenn es schwerfällt: Vermeiden Sie es, sich an der Kopfhaut zu kratzen! Denn das Kratzen kann die Haut schädigen und Symptome so nur noch verschlimmern.

 

Juckende Kopfhaut mit Haarausfall: Diese Hausmittel können helfen

Wird der Drang, sich zu kratzen schier übermächtig, weil die Kopfhaut ständig kribbelt, können Hausmittel ein wenig Linderung verschaffen. Sie dienen in erster Linie dazu, die Haut zu beruhigen und mit Feuchtigkeit versorgen, was für Besserung sorgen kann.

Milde Shampoos

Da der Juckreiz oft durch die Pflege ausgelöst wird, sollten Sie erst einmal auf pH-neutrale Shampoos ohne Parfumzusätze umsteigen. Gut kann in diesem Fall etwa ein mildes Babyshampoo sein. Verzichten Sie auch auf ein allzu häufiges Waschen, damit die Kopfhaut nicht noch mehr gereizt wird. Wer die Haare föhnt, sollte darauf achten, die Hitze auf jeden Fall ein wenig zu drosseln.

Shampoo gegen Juckreiz
Shampoo gegen Juckreiz

Öle spenden Feuchtigkeit

Gerade, wenn die Kopfhaut trocken ist, tun feuchtigkeitsspendende Behandlungen mit Ölen gut. Dabei kann die Kopfhaut mit Olivenöl oder Teebaumöl eingerieben werden. Am nächsten Morgen wird das Öl dann wieder ausgewaschen.

Haarspülung mit Apfelessig

Als Hausmittel gilt ebenfalls, eine Spülung aus Apfelessig auf die Haare aufzutragen. Dafür werden etwa 1-2 Liter Apfelessig mit einem Liter Wasser gemischt und in die Haare einmassiert – aber nicht wieder ausgespült. Alternativ kann Brennnesselwasser verwendet werden.

 

Wer ein unangenehmes Jucken auf der Kopfhaut und gleichzeitig Haarausfall bemerkt, ist also gut beraten, dem Arzt einen Besuch abzustatten. Stecken Pilze, Ekzeme oder Hauterkrankungen dahinter, lassen sie sich in den meisten Fällen gut behandeln, sodass Juckreiz und Haarschwund bald schon Lebewohl gesagt werden kann. Falls das Kopfjucken mit Stress zusammenhängt, ist Entlasten und Entspannen angesagt!

Clemens Weber

Seit 2011 beschäftigt er sich mit dem Thema Haartransplantation und unterstützt Betroffene von Haarausfall dabei, den richtigen Arzt zu finden. Als Experte und Berater hat er bereits über 1200 Menschen vor, während und nach ihrer Haarverpflanzung betreut und begleitet.

Sein Youtube Kanal: Der HT Experte