Was kostet eine Haartransplantation?
Haartransplantation

Was kostet eine Haartransplantation?

Die Haartransplantation zählt bei den Männern zu den beliebtesten schönheits-chirurgischen Eingriffen. Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt muss sich früher oder später folgende Fragen stellen: Was kostet eine Haartransplantation? Welche Faktoren beeinflussen den Preis? Und gibt es möglicherweise Länder, wo man die Eigenhaarverpflanzung bei gleicher Qualität zu niedrigeren Kosten durchführen kann? Welches Land zurzeit ganz speziell für eine Haartransplantation von vielen Patienten bereist wird, erfährst Du am Ende des Artikels. Bleib also dran.

Haarausfall15 Millionen. Das ist die Anzahl der Menschen in Deutschland, die akut an Haarausfall leiden. Beim männlichen Geschlecht tritt das Phänomen Haarausfall im Vergleich zur Frau wesentlich häufiger auf. Hauptursache hierfür ist die sogenannte androgenetische Alopezie oder Alopecia. Auf Deutsch: der anlagebedingte Haarausfall. Wissenschaftlichen Studien zufolge sind ca. 60-80% der Männer in Europa davon betroffen. (Quelle: http://haarerkrankungen.de/therapie/alopeciaandrogenetica_m.htm). Der Haarausfall macht sich bemerkbar zum Beispiel in Form von Geheimratsecken (vor allem noch bei jungen Betroffenen Männern), in Form einer Tonsur auf dem Oberkopf oder im ausgeprägten Falle in Form einer Glatze.

Medikamente wie Finasterid oder Minoxidil können zwar den Haarausfall verlangsamen oder sogar stoppen. Bereits ausgefallenen Haaren kann jedoch nicht zu erneutem Wachstum verholfen werden. Eine kahle Stelle auf dem Kopf bleibt kahl. Medikamente haben ihre Grenzen. Weitere Informationen dazu kann man detailliert in einem Forum für Haarverpflanzungen und Haarausfall finden.

Das ist auch der Grund, warum immer mehr Vertreter des männlichen Geschlechts sich für eine Haartransplantation entscheiden, um wieder den Eindruck von vollem Haar zu erreichen. Die Eigenhaartransplantation ist ein bewährter Eingriff mit einer hohen Erfolgsquote. Da der erblich bedingte Haarausfall per Definition keine Krankheit darstellt, werden die Kosten einer Haartransplantation selbstredend nicht von der Krankenkasse übernommen. Wer mit dem Gedanken spielt, eine Eigenhaarverpflanzung durchzuführen, muss sich also über die Kosten einer solchen Behandlung im Klaren sein. Denn ein solcher zeit-intensiver schönheitschirurgischer Eingriff ist zumindest in Deutschland nicht gerade günstig.

Welche Faktoren bestimmen die Kosten für eine Haartransplantation?

Hinweis vorweg: In Deutschland und teilweise auch in anderen Ländern wie die Türkei werden die Kosten einer Haartransplantation auf Basis der zu verpflanzenden Grafts berechnet. Die Anzahl der Grafts hängt wiederum von der Haarausfall-Situation des Patienten ab.

Weitere Faktoren, die auf die Kosten und Preise einer Haarverpflanzung Einfluss haben:

  1. Methode der Haarimplantation: FUT- oder FUE Haarverpflanzung
  2. Erwartung des Patienten / wie hoch oder wie tief soll die neue Haarlinie gesetzt werden
  3. Wie hoch soll die Dichte auf dem zu bedeckenden Haarareal sein
  4. Größe der kahlen Fläche, die bedeckt werden soll und abhängig davon
  5. Die Anzahl der Grafts (Haarfollikel), die vom Haarkranz (Donor-Areal) entnommen werden
  6. Land der Durchführung der Haartransplantation (Deutschland oder Ausland, wie z.B. Türkei

1. Methode der Haartransplantation

1.1. FUT Haartransplantation

Die FUT Haartransplantation ist vor allem in Deutschland immer noch eine beliebte Technik, um Eigenhaare zu verpflanzen. FUT steht für Follicular Unit Transplantation und wird auch als die Streifen- oder Strip-Technik bezeichnet. Im Rahmen der FUT Eigenhaarverpflanzung wird ein schmaler Hautstreifen (Strip) vom Hinterkopf entnommen. Von diesem Hautstreifen werden dann die follikularen Einheiten (Grafts) extrahiert und in die kahlen Bereiche des Vorderkopfes oder die Tonsur eingesetzt. Der Nachteil der FUT Haartransplantation besteht darin, dass eine längliche Narbe zurückbleibt, welche nach der Operation zwar vom nachwachsenden Haar überdeckt wird, jedoch gerade beim Tragen einer Kurzhaarfrisur von Außenstehenden bemerkt werden kann. Die Kosten für die FUT Eigenhaartransplantation betragen in Deutschland ca. 3-4 Euro pro Graft. In der Türkei zahlt der Patient ca. 1 Euro pro Graft, wobei in der Türkei nur noch sehr wenige Ärzte die FUT Methode anwenden.

1.2. FUE Haartransplantation

FUE HaartransplantationAnders als bei der FUT-Methode werden die Haare bei der FUE-Haartransplantation in einzelnen Einheiten direkt vom Hinterkopf (Donor-Bereich) entnommen. Diese follikularen Haareinheiten werden „Grafts“ (Transplantate) genannt. Sichtbare Narben bleiben nicht zurück. Es entstehen lediglich sogenannte Mikro-Narben, wie winzige Punkte, die selbst bei einer kurzgeschnittenen Frisur von außen nicht erkennbar sind. Die FUE Haartransplantation gilt als moderne und fortgeschrittene Variante der Eigenhaartransplantation. In Ländern wie der Türkei setzen die dortigen Ärzte fast ausschließlich nur noch auf die FUE-Eigenhaarverpflanzung. Im deutschsprachigen Raum ist die FUE-Methode erst „im Kommen“, wohingegen in der Türkei bereits ausschließlich die FUE-Technik angewendet wird. Leider bieten inzwischen immer mehr türkische Kliniken Dumpingpreise an und machen den eigentlich guten Ruf der Türkei im Bereich der Haartransplantation kaputt. Denn immer wichtiger als der Preis, sollte die Qualität sein. Bei der Auswahl der richtigen Klinik, sollte also Vorsicht geboten sein. In renommierten Kliniken gehen die Preise ab 1 Euro pro Grafts los. In Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern verlangen viele Ärzte 4 Euro pro Graft oder mehr.

2. Erwartungen des Patienten / Design der Haarlinie

Ein weiterer Faktor bzgl. des Preises einer Haarverpflanzung sind die Erwartungen des Patienten in Bezug auf die Haarlinie bzw. den Haaransatz, den er sich wünscht. Gerade junge Patienten wünschen sich nicht selten eine „aggressive“ jugendliche Haarlinie. Dabei werden dann mehr Grafts benötigt, als bei einer konservativen Haarlinie, bei der gewisse Geheimratsecken beibehalten werden. Jeder Arzt hat bezüglich des Haarliniendesign eine andere Einstellung bzw. Philosophie. Die einen schlagen dem Patienten eine eher tiefe, gerade Haarlinie vor, die anderen eine hohe, rundliche Haarlinie. Wichtig ist, immer den zukünftigen Haarausfall „im Auge“ zu behalten. Denn es macht wenig Sinn eine jugendliche, sehr dichte Haarlinie zu haben, aber im Alter dahinter keine Haare mehr, da diese ausgefallen sind. Es sollten also immer genügend Spenderhaare für weiteren Haarausfall zurückbehalten werden. Der Spenderbereich, welcher durch den Haarkranz dargestellt wird, ist nämlich begrenzt.

3. Wie hoch soll die Dichte auf dem zu bedeckenden Hautareal sein?

Je dichter transplantiert wird, desto mehr Grafts werden benötigt und desto teurer wird die Eigenhaarverpflanzung. In diesem Punkt muss der Patient dem Arzt vertrauen, denn er hat am meisten Erfahrung mit den verschiedensten Haartypen. Feine Haare haben eine geringe Abdeckungskraft – dementsprechend werden mehr Spenderhaare, als bei Leuten mit dicken, kräftigen Haaren benötigt. Auch spielt der Haut-Haarkontrast eine Rolle. Helle Haare sehen bei heller Haut dichter aus, als dunkle Haare. Daher reicht schon eine mittelmäßige Haardichte aus, um eine schöne Illusion von dichtem Haar zu kreieren. Bei dunklen Haaren muss eine höhere Dichte implantiert werden, damit der gleiche Effekt erzielt werden kann.

4. Größe der kahlen Fläche

Je größer die Fläche, die es zu bedecken gilt, desto mehr Grafts werden benötigt. Beispiel: Jemand, der eine Stirnglatze hat, braucht ca. 3500 Grafts, um diese so zu bedecken, dass es dicht und natürlich aussieht. Größe der Fläche: 100 cm² x 35 grafts = 3500 Grafts. Bei einigen reicht auch eine geringe Dichte pro cm², andere hingegen wollen es nahezu doppelt so dicht. Gerade in der Haarlinie muss eine hohe Dichte gesetzt werden, damit es natürlich aussieht, und nicht sofort auf den ersten Blick auffällt, dass transplantiert worden ist. Auch könnte man, 1 Jahr nach der ersten Haarverpflanzung, eine weitere, kleinere, für die bereits behandelte Fläche machen, um die Haardichte zu erhöhen.

5. Ein letzter, wichtiger Faktor ist das Land, in dem die OP durchgeführt wird.

Haartransplantation in der TürkeiEine Haartransplantation in der Türkei (Istanbul) ist deutlich günstiger als in Deutschland, z.B. in Berlin. Türkei gilt nach wie vor als Entwicklungsland mit relativ niedrigen Gehältern und Lebenshaltungskosten. Da in einer Klinik für Haartransplantation das Personal einen großen Teil der Fixkosten ausmacht, kommt hier der erste große Unterschied zum Tragen. Eine Krankenschwester in der Türkei verdient deutlich weniger, als eine Krankenschwester in Deutschland. Auch sind die Lohnnebenkosten, wie Steuern und Sozialleistungen bei weitem nicht so hoch, wie im deutschsprachigen Raum. Nicht zuletzt gibt es auch deutliche Unterschiede bzgl. der Immobilienpreise. Kaufpreise und Mieten sind merklich geringer in der Türkei, auch, wenn die Metropole Istanbul für die Einheimischen recht teuer geworden ist. Darüber hinaus führen die Türkei deutlich mehr Haartransplantationen im Jahr durch als vermutlich alle westeuropäischen Länder zusammen, sodass der Skaleneffekt (economies of scale) zum Tragen kommt. Die Fixkosten pro OP fallen, da viele OPs durchgeführt werden.

Interessenten sollten jedoch ausgiebig recherchieren und sich Referenzen einholen, denn auch innerhalb der Türkei gibt es viele verschiedene Anbieter, die Ihre Dienstleistungen zu unterschiedlichsten Preisen anbieten. Leider hört man auch immer wieder von „Hinterhofkliniken“, die Dumpingpreise anbieten, jedoch schlechte Qualität anbieten. Ein Arzt ist oftmals gar nicht mehr involviert, sondern nur noch Assistenten. Diese Art von Kliniken werden auch als „technician clinics“ betitelt. Wichtig ist die Behandlung durch einen renommierten, erfahrenen Arzt. Um diesen ausfindig zu machen sollte man viel recherchieren, Erfahrungen einholen, in Foren lesen z.B. Forum für Haartransplantation, nach Vorher Nachher Fotos fragen und ggf. auch mit ehemaligen Patienten in Kontakt treten.