Erfahrungsbericht, Haartransplantation

Haartransplantation Türkei – Erfahrungen mit Dr. Erkan Demirsoy

Im Folgenden finden Sie den Erfahrungsbericht eines Patienten, der im Jahr 2016 seine Haartransplantation in der Türkei (Istanbul) bei Dr. Erkan Demirsoy durchführen lies.

Aufgrund der Vorgaben des HWG (Heilmittelwerbegesetz) ist es uns untersagt, Ihnen eine vergleichende Darstellung der Vorher und Nachher Situation unserer Patienten zu präsentieren.

 

1. Vorgeschichte – Warum Haartransplantation?

Ich habe mich 2016 tatsächlich zu einer Haartransplantation (HT) „durchgerungen“ und möchte Dir heute darüber berichten, damit Du weißt, was dabei auf Dich zukommt und warum es sich trotz aller möglichen Bedenken lohnt.

Sicher hast Du – genau wie ich damals – so einige Fragen im Kopf.
Aber fangen wir vorne an. Warum bzw. wann kommt eine HT überhaupt in Frage?

In meiner Familie konnte weder mein Vater noch einer meiner Opas mit einer Trump-Frisur punkten (okay, hätte ich jetzt auch nicht so schön gefunden). Dennoch habe ich gemerkt, dass ich mich mit den immer weniger werdenden Haaren einfach unwohl fühle. Nach einem schönen Windstoß (z.B. beim Fahrradfahren) oder einen Tag am Strand sah ich schon sehr (formulieren wir`s mal positiv) „witzig“ aus. Da hilft auch kein 3-Wetter-Taft mehr! Eine unnatürliche Perücke bzw. ein anderer Haarersatz, den man z.B. an die Haare webt kam für mich nicht in Frage, 1) weil ich ein Fan von Natürlichkeit bin (bei der HT behält man ja seine eigenen „echten“ Haare und 2) weil man künstliche Haarteile sowieso alle 1-2 Jahre neu kaufen muss und diese sicher auch nicht besonders angenehm sind, es sei denn man steht z.B. auf eine schön schmierige Klebeschicht auf dem Kopf. Aber hey, das muss wirklich jeder für sich selbst entscheiden. Nachdem einige Bekannte von mir eine HT gemacht haben (kaum einer spricht ja öffentlich darüber), bekam ich immer mehr Mut und Zuspruch von außen. Da ich Mitte 30 bin, schien der Zeitpunkt auch ganz gut sein, da man ja davon abrät, eine HT schon früh (z.B. mit Anfang 20 zu machen, da der Haarausfall in diesem Alter noch nicht so weit vorangeschritten ist).
Jetzt wo es konkret wurde, habe ich mich also mit den Details beschäftigt…

2. Recherche / Arztwahl

Je entschlossener ich mich zu diesem Schritt fühlte, desto mehr Fragen schossen quer durch meinen Kopf. Erst einmal stellte ich mir die Grundfrage: Was ist wohl besser FUT oder FUE? Bei der FUT-Methode wird am Hinterkopf ein Schnitt gemacht und eine Art „Hautlappen“ entnommen (für eine medizinisch korrekte Beschreibung bitte meinen Kumpel Google fragen). Die FUE-Methode funktioniert hingegen anders: Hier werden durch viele kleine Stiche (keine Angst es gibt ja eine Betäubung) einzelne sog. Haar-Grafts entnommen. Vorteil im Vergleich zur FUT-Methode: Der Kopf spannt nicht und man sieht keine Narbe. FUT geht vermutlich etwas schneller, aber wenn man den Schritt schon macht, kommt es auf 1-2 Stunden mehr oder weniger ja nicht an (meine Meinung). Für mich stand also fest, dass ich die FUE-Methoden wählen würde. Und zack kam auch schon die nächste Frage auf mich zu: Soll die Entnahme der Haar-Grafts per Mikromotor oder per Hand erfolgen. Ich habe mich gefühlte 100 Nächte durch Foren wie Alopezie.de durchgelesen und jede Menge Sinn und Unsinn über die beiden in Frage kommenden Entnahme-Methoden gelesen. Viele sagen eine Entnahme per Hand sei genauer und schonender. Andere argumentieren jedoch genau umgekehrt: Eine Hand kann über mehrere Stunden nie so präzise arbeiten wie eine ausgeklügelte Maschine, die immer der gleichen „Druck“ hat. Ich denke, dass beide Möglichkeiten zu guten Ergebnissen führen können, wichtiger ist aus meiner Sicht, dass man einen guten Arzt wählt, das sollte an erster Stelle stehen. Ich habe mich übrigens für die Entnahme per Mikromotor entschieden, u.a. auch, weil es günstiger ist, nicht so lange dauert und mir die Ergebnisse, die ich gesehen habe, gefallen haben.

Welcher Arzt ist der Beste?

Mein schlimmster Albtraum war es, dass mein Körper die vom Hinterkopf entnommenen Haarwurzeln nicht annimmt und abstößt. Das soll jedoch äußerst selten vorkommen. Allerdings hat man durchaus einen Einfluss darauf, ob man am Ende „Wildwuchs“ auf dem Kopf hat – Haare, die in verkehrte Richtungen sprießen – oder halt eben eine schicke neue Haarlinie. Deshalb habe ich mir gesagt: Ich spare nicht an einem guten Arzt, wenn ich es wirklich durchziehe. Also habe ich Qualität (man kann viele Erfahrungsberichte und Vorher Nachher Fotos in den Foren nachschauen) und Preise und Vorher Nachher Fotos von insgesamt mehr als 10 Ärzten/Kliniken verglichen.
In Deutschland fielen u.a. Namen wie Kö-Hair, Pearl of Aesthetic (wo auch Kloppo war) und Hattingen Hair. Der Preis orientiert sich hierbei nach der Anzahl der Grafts. Bei mir wurden zwischen 3.500-4.000 Grafts geschätzt (das erfährt man, wenn man den Kliniken Vorher Fotos schickt) wichtig: Mach’ deine Haare nass und kämm’ sie nach hinten, schieße dann Fotos von allen Seiten…das sieht geil aus, ich weiß, aber nur so können die Ärzte das vernünftig beurteilen). Bei den deutschen Anbietern lagen die Angebote z.T. zwischen 10.000 und 20.000€. Hatte ich gesagt Geld ist egal?
Okay, erst einmal objektiv weiter Fakten sammeln. Ich las in vielen Experten-Foren, dass Haartransplantationen in der Türkei / Istanbul schon deutlich länger durchgeführt werden als in Deutschland, die Ärzte also mehr Erfahrung haben. Nachdem ich auch so einige Ergebnisse und Erfahrungen anderer Patienten aus türkischen Kliniken gesehen habe, war ich davon überzeugt, dass die Resultate mindestens genauso gut sein können wie vergleichbare Ergebnisse von deutschen Ärzten. Wenn nicht, sogar besser. Die Preise pro Graft liegen in der Türkei jedoch zwischen 0,50€ und 3,50€ pro Graft, also in meinem Fall ungefähr irgendwo zwischen 2.000 und 10.000€. Billiganbieter, die auf Massenabfertigung setzen, habe ich ausgeschlossen, zumal mir die Ergebnisse nicht gefallen haben. In den Foren fielen immer wieder die gleichen Tipps von sehr guten türkischen Ärzten: Dr. Özgür, Dr. Keser, Dr. Bicer, Dr. Sahinoglu,Dr. Demirsoy. Bicer und Demirsoy sind etwas preiswerter, Keser wohl am teuersten. Ich fragte also sämtliche Kliniken an. Bei Bicer sollte die OP im Keller erfolgen und auch die Bilder gefielen mir alle nicht so Recht. Zudem hatte sie recht viele Termine frei, für mich ein eher schlechtes Zeichen.
Da ich mir nie – wirklich nie !! – vorstellen konnte, so eine krasse Sache in der Türkei machen zu lassen, war Qualität für mich entscheidend. Dr. Demirsoy operiert in einer Klinik, was mir schon mal ein Gefühl von Sicherheit gab (man weiß ja nie…). Zudem sind die Hygiene-Vorschriften und Bedingungen mindestens genauso gut wie die bei uns in Deutschland. Okay, aber wie erkläre ich jetzt einem türkischen Arzt, der kein oder kaum deutsch spricht, was ich mir vorstelle? Bzw. was passiert, wenn ich vor Ort fragen habe? Da ich wenig Lust auf Missverständnisse durch eine semi-starke englische Kommunikation hatte, war es mir wichtig, dass es vor Ort auch eine deutsche Betreuung gibt.

3. Reisevorbereitung / Planung / Kontakt mit Health Travels

Ich habe gesehen, dass die Agentur „Health Travels“ (Clemens Weber) für die gesamte Abwicklung meiner Haartransplantation zuständig ist und habe einfach mal unverbindlich Kontakt aufgenommen. Normalerweise stellen sich bei mir echt die nicht vorhandenen Nackenhaare auf, wenn ich eine „OP“ über eine Gesundheitsagentur buche (ist ja kein Friseur-Termin) – aber ich habe mich darauf eingelassen und wurde eines Besseren belehrt.
Herr Clemens Weber (mein Ansprechpartner bei Health Travels) beantwortete mir per Mail meine gefühlt 1.000 Fragen und konnte mir auch in einem persönlichen Telefonat ein gutes Gefühl geben. Er sagte mir, dass es vor Ort auf jeden Fall eine deutsche Betreuung gibt, so dass man nicht „verloren“ ist und immer genau weiß, was wann passiert. Ich habe mich also letztendlich für die Kombi „Dr. Demirsoy – Healt Travels“ entschieden, u.a. auch, weil die komplette Kommunikation wirklich sehr professionell und zuverlässig erfolgte, nichts beschönt wurde oder ich das Gefühl hatte, dass man mir einen Termin aufzwängen wollen würde. Ich bekam einen Termin, der etwa 3-4 Monate im Voraus lag. Genug Zeit, um die Flüge zu buchen und mich auf das Abenteuer mental vorzubereiten 

4. Reise in die Türkei und Haartransplantation

Vorweg muss ich kurz sagen, dass ich noch nie in der Türkei war und persönlich für Urlaube auch eher Malle als Ziel-Destination gewählt habe. In Istanbul hat man die Wahl zwischen zwei Flughäfen: 1) Istanbul-Atatürk (großer Flughafen auf europäischer Seite) 2) Istanbul-Sabiha Gökcen (kleinerer Flughafen auf der asiatischen Seite). Ich habe mich aufgrund der Flugzeiten für Sabiha Gökcen entschieden. Da ich nur mit Handgepäck unterwegs war (und übrigens nicht mal Geld gewechselt habe… braucht man aus meiner Sicht auch nicht für die kurze Zeit), ging alles sehr schnell vor Ort. Raus aus dem Flieger, raus aus dem Gebäude und schon begegnete mich ein Schild mit meinem Namen drauf. Ich wurde direkt zum Hotel gefahren. Hier hatte ich die Wahl zwischen einem 4* und einem 5* Hotel. Da der preisliche Unterschied eher geringfügig war und das 5*-Hotel bessere Bewertungen hatte, entschied ich mich für dieses. Das Silence Istanbul Hotel war wirklich eine gute Wahl. Eigentlich schade, dass man dort keinen längeren Wellness-Trip vor sich hatte  Am nächsten Morgen holte mich Herr Weber in der Hotel Lobby ab. Erster Eindruck: Cooler, entspannter Typ – genau wie am Telefon. Ich nervte ihn weiter mit ein paar Fragen, die er gewohnt gelassen beantwortete. In der Klinik selbst ging das alles relativ schnell los. Einige tehcnische Detials wurden erklärt, Vorher Nachher Fotos gezeigt und dann kam Dr. Demirsoy stellte sich vor und malte auf meinem Kopf die Haarlinie mit einem Stift vor. Bei genauerer Betrachtung kommt einem die Frage in den Kopf, ob Herr Demirsoy auch ein großer Maler hätte werden können (er schien Spaß daran zu haben). Herr Weber übersetzte fleißig, so dass ich jederzeit wusste, was gerade ansteht. Ich habe mir dann noch eine kleine „Mach mich glücklich“-Tablette geordert, die allerdings eher an eine softe Schlaftablette als an Opium o.ä. erinnerte. Aber man bildet sich in dem Moment ein, dass das trotzdem nicht schaden kann und etwas Müdigkeit sicher ganz cool ist für den langen Tag.
Wenige Minuten später kamen drei Mädels (Arzt-Helferinnen) mit einem Rasierer in der Hand auf mich zu. Okay, jetzt wird es Ernst. Ich dachte mir: „Was hast Du bloß getan? Fliegst in die Türkei und lässt Dir jetzt die letzten verbliebenen Haare abrasieren…“ – heftiger Moment. Aber Augen zu und durch und Spiegel vor`s Gesicht: Hey, bin ich das? Sieht irgendwie anders aus, aber auch nicht so schlecht. Dank der Haarstoppel auf dem Kopf (es wird nicht mit Rasierschaum o.ä. spiegelglatt rasiert), sah ich – laut Beschreibung einiger Kumpels – aus, wie Michael Scofield aus Prison Break. Cool, damit konnte ich leben…
Kaum auf der Liege angekommen (angenehm weich, akzeptabel für eine längere Session), sah ich schon die Betäubungsspritzen auf mich zukommen. Hiervor hatte ich am meisten „Schiss“, zumal es 50-100 Stück sein sollten. So viele waren es ganz sicher nicht, ich habe aber nicht mitgezählt. Erst wurde die rechte Hinterkopf-Seite betäubt, anschließend die andere Hälfte. Die Spritzen waren nicht wirklich viel schlimmer als beim Zahnarzt. Der Piekser dauert ja auch immer nur einen kurzen Moment. Richtung Schläfe tat es bei mir am meisten weh – aber auszuhalten! Wenig später fühlte sich mein Kopf sehr lustig an, ich würde sagen vergleichbar mit einem Helm aus Metall. Extrem-hart auf jeden Fall. Ein ungewohntes Gefühl, dass man schlecht mit etwas vergleichen bzw. beschreiben kann. Dr. Demirsoy begann mit der Entnahme per Mikromotor, nebenbei lief eine Art türkisches MTV auf dem Fernseher. Ich habe mir nach einiger Zeit InEars in die Ohren gepackt, die Augen zugemacht und meditative Entspannungsmusik gehört. Man spürt außer etwas Druck (der nicht weh tut) nichts. Es wackelt lediglich ein bisschen und fühlt sich wie gesagt nach „Beton-Kopf“ an. Ich sag’ Dir, so schwer ist dein Kopf nicht mal nach ‚ner durchzechten Nacht, aber dafür hast Du noch keinen Kater. Nach gefühlt einer Stunde (es waren sicherlich eher zwei) waren die Grafts auch schon alle entnommen und es hieß: Mittagessen ist fertig! Ich habe nicht geglaubt, dass das echt möglich ist, aber ich konnte wirklich aufstehen und etwas essen. Das Essen war eher im Krankenhaus-Style, kein 5 Gänge Menü, aber absolut okay und passend vom Timing her. Die Assistentinnen bereiteten in dieser Zeit die Grafts auf. Nach dem Essen ging es dann wieder weiter: Diesmal wurde der Vorderkopf (Einpflanz-Zone) betäubt. Mir wurde gesagt, dass die Spritzen mehr weh tun als die am Hinterkopf. Hmm, vielleicht minimal, aber auch auszuhalten und es ging alles wieder sehr schnell. Da ich in den Foren gelesen habe, dass die meisten Leute extrem zu kämpfen hatten mit dem langen Tag, der als sehr anstrengend empfungen wurde, kann ich Dir absolut das Gegenteil berichten. Ich hatte etwas die Augen zu und träumte vor mich hin. Ich war extrem entspannt und sehr überrascht als Dr. Demirsoy irgendwann sagte: „Fertig“. Mein Gefühl war eher: Ähm halt Stopp, ich bin noch im Wellness-Modus, könnt ihr nicht noch eine halbe Stunde weiter machen. Okay nicht ganz so euphorisch, aber ich glaube, dass die ganze Prozedur tatsächlich schon gegen etwa 16 Uhr zu Ende war. Überstunden sind überbewertet…
Herr Weber holte mich ab und fuhr mich ins Hotel. Ich bekam einen „Fischerhut“ mit (äußerst stylisch, aber erfüllte seinen Zweck) und betrachtete im Zimmer erstmal meinen Turban/Verband. Ich filmte das Ergebnis kurz per Whats App-Videochat für meine Freundin und sagte ihr, wie überraschend entspannend der Tag war. Ich bestellte mir auf`s Zimmer noch etwas von der Karte. Hammer, so gut hab ich selten gegessen!! Allerdings ließen kurze Zeit später wohl die Betäubungen nach und der Kopf tat ganz gut weh. Ich habe meine Schmerztablette, die ich mitbekam, wohl auch leider etwas spät genommen. Also Tipp: Lieber eine Schmerztablette mehr und früher einwerfen! Die erste Nacht war erwartungsgemäß uncool. Man kann mit seinem Hinterkopf einfach nicht aufliegen. Deshalb habe ich mir aus Hotelhandtüchern eine Konstruktion gebastelt, in der ich fast aufrecht im Bett saß. Da ich den Kopf ohnehin die ganze Nacht über mit einem Spray einsprühen sollte, war an einen längeren Schlaf eh nicht so richtig zu denken. Ich glaube aber, dass ich tatsächlich zumindest ein wenig geschlafen habe. Am nächsten Morgen sah mein Kopfkissen nicht so richtig appetitlich aus (sorry an dieser Stelle noch einmal an die Reinigungskräfte). Aber beim Frühstück im Hotel fühlt man sich nicht ganz so seltsam, wenn man auf einmal andere Gäste mit Verband am Kopf trifft. Scheinbar fliegen wirklich viele Leute nach Istanbul rüber, damit der Herr Toupet in Deutschland singt „Du hast die Haare schön“. Nach dem Frühstück holte mich Herr Weber wieder im Hotel ab und begleitete mich zur „Begutachtung“ und ersten Haarwäsche in die Klinik. Wer denkt: Das war ja alles ein Spaß gestern, wird eines besseren belehrt, in dem Moment, wenn einem der Verband abgenommen wird und der Kopf mit Wasser abgespült wird. Ein einfaches Aua kann den Moment nicht so richtig in Worte fassen. Aber: Es ist schnell vorbei und doch ein schönes Gefühl, wenn Schmerzen nachlassen. Ich setze mir den Fischerhut wieder auf und wurde dann auch direkt schon wieder zum Flughafen gebracht. Tausend Mal habe ich mir vorher gesagt: Pass’ auf deinen Kopf auf, wenn Du ins Auto / in den Flieger steigst (in den ersten drei Tagen darf man sich wohl auf keinen Fall stoßen). Ha und was passiert: Dank des gefühlt 3m hohen Fischerhutes bin ich tatsächlich beim Einsteigen gegen die Oberkante gehauen. Panik! Aber wie ich heute weiß, hat es nichts ausgemacht 

5. Die ersten Wochen danach

Die ersten Tage und Nächte in Deutschland gehören nicht zu den schönsten in meinem Leben. Gerade der Verbandwechsel und das Waschen der Haare ist kein Vergnügen. Da ich mit Nackenhörnchen nicht so gut klar kam, baute ich mir zu Hause ebenfalls eine Oskar-verdächtige Handtuch-Konstruktion, in der ich auf dem Rücken, in leichter Sitzposition, immerhin ein paar Stunden schlafen konnte.
Richtig lustig sieht man nach etwa 2-3 Tagen aus, wenn die Schwellung langsam den Kopf bis zum Hals runterwandert. Nie trifft der Spruch „Ich hab so`n Hals“ so gut zu wie in der Situation. Jeden Tag schickte ich Herrn Weber ein Foto-Update per What`s App und bekam beruhigende Antworten: „Sieht alles gut aus“, „Normaler Verlauf“ usw… Nach etwa 10 Tagen ging es mir dann auch schon deutlich besser. Die Krusten waren langsam weg und ich bekam meinen Prison Break – Look zurück. Allerdings hielt die Rötung auf meinem Kopf sehr lange an (das liegt wohl am Hauttyp und ist bei jedem verschieden).

6. Wachstumsverlauf und Endergebnis nach einem Jahr

Nach einigen Wochen fielen dann die ersten Haare aus, was ja normal sein soll. Trotzdem schiebt man leichte Panik und denkt: Sind das jetzt die Wurzeln im Waschbecken, die nicht hätten rausfallen dürfen. Herr Weber beruhigte erneut 😉
Nach 2-3 Monaten wurde ich langsam unruhig und dachte: Man man, sieht ja nicht so richtig „pralle“ aus. Die Haare wuchsen sehr unregelmäßig und man hatte das Gefühl, dass ein gerupftes Huhn durchaus mit einem konkurrieren könnte.
Aber hey, Herr Weber (wir nennen ihn an dieser Stelle vielleicht auch einfach Messias) wusste, dass alles gut wird. Denn spätestens im 4./5. Monat und nach dem ersten Haarschnitt sah das Ergebnis richtig stark aus. Ich konnte ohne Cap auf die Straße (habe ich zuvor allerdings auch schon gemacht). Ich dachte bei mir: Wow, das sind echt viele Haare. Müssen gar nicht mehr werden, so ist schon cool genug.
Aber das war erst der Anfang… ab dem sechsten Monat wird es nach und nach immer dichter. Nach einem Jahr habe ich nun das Endergebnis vermutlich erreicht und bin jeden Tag auf`s Neue verblüfft. Ab und zu juckt es noch etwas an einer Stelle auf der Kopfhaut, aber sämtliche Rötungen sind weg und das Taubheitsgefühl der ersten Wochen/Monate ist natürlich auch längst verschwunden. Übrigens:
Auf empfohlene Medikamente wie Mioxidil habe ich aufgrund möglicher Nebenwirkungen verzichtet. Aus meiner Sicht eine gute und richtige Entscheidung.

[envira-gallery id=”3327″]

7. Fazit

Wer in seinem Leben oft nach Lösungen für schwindendes Haar sucht, kommt vermutlich an der Frage nach einer HTP nicht drum rum. Die Entscheidung muss denke ich jeder selbst treffen und bei jedem läuft es sicherlich auch Typ-bedingt anders. Ich kann nur für mich sprechen und sagen, dass ich diese Entscheidung nicht bereue. Die Zeiten in denen Haartransplantationen ein Tabu-Thema waren sind vorbei und deshalb gehe ich auch gerne damit an die Öffentlichkeit und möchte Dir Mut machen. Man darf sich selber nichts vormachen. Der Schritt ist schon größer als der zu einem Friseur. Aber die Schmerzen der ersten Tage sind schnell vergessen, wenn man nach einem Jahr in den Spiegel guckt, aus dem Schwimmbad kommt oder darüber nachdenkt, ob man sich für die nächste 3-Wetter-Taft-Kampagne zur Verfügung stellen sollte. Natürlich kann niemand zaubern und man wird nie so viel und so volles Haar haben wie im Jugendalter, aber ich fühle mich mit dem Ergebnis extrem wohl und kann Dr. Demirsoy, Health Travels / Clemens Weber absolut weiterempfehlen. Ich habe gute Erfahrungen bei meiner Haartransplantation in der Türkei gemacht.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Grübeln und Entscheiden! Und denk’ immer dran, egal wie Du Dich entscheidest, Du selbst musst Dich dabei wohl fühlen, also lass’ Dir von niemanden da reinreden…