Haartransplantation: Deutschland oder Ausland
FUE, Haartransplantation

Haartransplantation – Deutschland oder Ausland?

Haben Sie auch schon einmal überlegt, für eine Haartransplantation ins Ausland zu reisen?

Das Schlagwort Medizin-Tourismus hat in den letzten Jahren in den Medien eine immer stärker werdende Relevanz erhalten. Das hängt vor allem an dem Umstand, dass die Krankenkassen ihren Leistungskatalog reduzieren und für nicht wenige Vorgänge Zuzahlungen vom Patienten geleistet werden müssen. Auf der anderen Seite führte dies aber auch zu einem verstärkten Ausbau der medizinischen Infrastruktur im Ausland, auf die zum Beispiel deutsche Patienten ausweichen und sicher sein können, ein entsprechend gutes Leistungsangebot zu erhalten. Dies gilt gleichermaßen für den medizinischen Sektor der Eigenhaarverpflanzung, obwohl dies grundsätzlich keine Kassenleistung ist. Im nachfolgenden werden die verschiedenen Aspekte zu der Frage „Haartransplantation – Deutschland oder Ausland“? beleuchtet und beantwortet.

Wie sieht die Situation zur Haartransplantation in Deutschland aus?

Natürlich liegt es eigentlich auf der Hand, dass ein medizinischer Eingriff möglichst nahe des Heimatortes eines Patienten vorgenommen wird. Doch gibt es ebenso gute Argumente, die dagegen sprechen. Eines dieser Argumente ist die jeweils angewandte Technik, die überwiegend in Deutschland oder im Ausland bei Haartransplantationen zur Anwendung kommt.

In Deutschland konzentrieren sich die weitaus meisten Fachärzte für Haartransplantationen auf die Methoden MMG sowie Follicular Unit Transplant oder kurz FUT. Dabei wird dem Haarkranz am Hinterkopf, der stabile Follikel aufweist, ein Hautstreifen mit Haaren entnommen.
Bei der Methode MMG, die Abkürzung steht für Mini/Micrografts, wird der Hautstreifen in verschieden große Teile zerschnitten und diese im Anschluss an die von Kahlheit betroffenen Stellen verpflanzt. Bei der FUT-Methode oder Follicular Unit Transplant wird im Anschluss an die Entnahme des Hautstreifens dieser unter dem Mikroskop in seine follikularen Einheiten aufgeteilt und als einzelne Haarfollikel im kahlen, dafür vorgesehenen Bereich eingepflanzt.

Die Problematik dieser beiden Methoden besteht in der Narbenbildung am Hinterkopf. Diese ist zwar sehr schmal, aber eindeutig sichtbar, wenn die Haare kurz getragen werden. Zudem müssen bei dieser Methode nach einer bestimmten Zeit die Fäden gezogen werden, mit denen die Wunde vernäht wurde, was einen zusätzlichen Termin beim Haarchirurgen notwendig macht. In Deutschland kommen diese Methoden hauptsächlich aus Zeit- und damit aus Kostengründen zur Anwendung. Denn die Entnahme eines ganzen Haarstreifens ist ein wesentlich kürzerer Vorgang als dies bei der momentan fortschrittlichsten Methode, der FUE, der Fall ist.

FUE: Follicular unit extraction – zeitaufwendig, aber besser

Haartransplantation FUE MethodeDie Methoden FUT und FUE besitzen in der Einpflanzung der Haarfollikel weitgehende Übereinstimmungen. Im Gegensatz jedoch zur Entnahme eines Haarstreifens bei FUT wird bei der FUE-Methode auch das zu transplantierende Haar einzeln entnommen. Der Vorteil dabei ist, dass keine sichtbare Narbe am Hinterkopf entsteht. Durch die Entnahme der Follikel mit einer winzigen Hohlnadel entstehen nur mikroskopisch kleine Wunden, die ohne sichtbare Folgen abheilen und dies dazu noch wesentlich schneller als die relativ große Wunde durch eine Hautstreifenentnahme. Natürlich ist dies zeitaufwendiger, dafür ist die nachfolgende Abheilzeit kürzer, was sich wiederum auf den gesamten Regenerationsprozess auswirkt. Die Methode FUE wird seit vielen Jahren sehr erfolgreich vor allem in Istanbul durchgeführt. Die Stadt am Bosporus hat sich zu einem regelrechten Hotspot für die Haartransplantation im Ausland entwickelt. In der Folge sind dort auch die mit der FUE-Methode am weitesten vertrauten und erfahrensten Ärzte zu finden, die oft dazu noch Deutsch sprechen.

Der Unterschied in den Kosten zwischen Deutschland und dem Ausland

Um beim Beispiel Türkei zu bleiben: die Kosten für eine Haartransplantation in Istanbul sind wesentlich geringer als in Deutschland. Selbst unter Einberechnung der Flug- und Aufenthaltskosten beläuft sich die Ersparnis durchaus auf 50 % und mehr. Dabei bieten die türkischen Praxen und Kliniken dieselbe, wenn nicht teilweise sogar eine bessere Infrastruktur als dies in Deutschland der Fall ist. Im Weiteren können die türkischen Anbieter aufgrund der Konzentration auf die Haartransplantation kurzfristige Termine anbieten, hingegen in Deutschland viele der anbietenden Ärzte und Kliniken verschiedene kosmetische Operationen durchführen und die Haartransplantation irgendwo zwischen Fettabsaugen und Hautstraffung einplanen.