Was ist androgenetischer Haarausfall?
Alopezie, Haartransplantation

Was ist androgenetischer Haarausfall?

Eigentlich ist das menschliche Kopfhaar ein biologisches Wunder und nicht ganz einfach erklärbar. Bezogen auf unsere tierischen Verwandten, die Primaten, lassen sich das Wachstum und die unterschiedliche Ausbildung des menschlichen Kopfhaares nur schwer erklären. Die wichtigste Funktion ist sicherlich der Schutz des Kopfes gegen Sonneneinstrahlung und gegen Kälte. Auch unterschiedliche Haarfarben lassen sich biologisch erklären. Doch warum wächst menschliches Kopfhaar auf eine durchschnittliche Länge von etwa einem Meter, wenn es nicht geschnitten wird? Warum wächst asiatisches Haar schneller, afrikanisches Kopfhaar jedoch langsamer als das der Mitmenschen in Europa? Die Evolution wird einen guten Grund dafür besitzen. So wie auch für den Haarausfall.

Androgenetischer Haarausfall – Ursachenbeschreibung

HaarausfallAndrogenetischer Haarausfall, kurz AGA, ist die häufigste Art und Weise, in der sich die Kopfhaut lichtet. Es ist schlicht ein Alterungsprozess, bei dem das überwiegend männliche Androgen Testosteron ein Abbauprodukt bildet, das sogenannte Dihydrotestosteron, das wiederum die Rückbildung der meisten Haarwurzeln verursacht. Bei Männern findet dieser Prozess zu 80 % nach dem Hamilton-Norwood-Schema statt. Es beginnt mit der Bildung der berühmten Geheimratsecken an den Schläfen. Danach folgt der Haarausfall im Scheitelbereich (Tonsur) sowie über der Stirn und endet üblicherweise damit, dass lediglich ein Haarkranz übrig bleibt.

Daneben finden sich weitere, überwiegend krankheits- oder erbbedingte Ursachen für den Ausfall des Haupthaares. So etwa die Alopecia areata. Sie verursacht den vollständigen Ausfall des Haares, begrenzt auf einen kreisförmigen Bereich. Diese haarlosen Flecken können nicht nur den Kopf betreffen, sie treten auch im Bartwuchs oder an anderen Körperstellen auf.

Was sagt die Statistik?

Für den männlichen Teil der Menschheit scheint der Haarverlust ein fast schon unvermeidliches Schicksal darzustellen. Bei rund 90 % aller Männer bilden sich mit zunehmendem Alter die bereits erwähnten Geheimratsecken aus, wobei es schwierig ist, eine einigermaßen exakte Alterseinteilung vorzunehmen. Denn neben der AGA sind es verschiedene Erbmerkmale, die den Haarverlust gerade bei Männern zusätzlich beschleunigen können. Gut die Hälfte aller Männer tragen derartige Erbinformationen in sich, die im Übrigen auch mal eine Generation überspringen.

So kann sich größerer Haarverlust bereits bei männlichen Mittzwanzigern zeigen. In der Regel beginnt jedoch der Haarverlust im dritten Lebensjahrzehnt mit unterschiedlich starker Ausprägung. Biologisch gesehen ist dies durchaus normal, denn der Mensch erreicht seinen körperlichen Höhepunkt etwa mit 20 Jahren. Danach geht es bergab, einzig das Gehirn und der Sexualtrieb behalten unverändert ihre Funktion, wenn keine Krankheiten auftreten.

Ist Haarverlust medikamentös behandelbar?

Der berühmte Spruch, dass gegen jedes Leiden ein Kraut gewachsen ist, stimmt so nicht ganz. Warum und in welcher Form das Kopfhaar ausfällt, beruht auf sehr komplexen Vorgängen im menschlichen Körper, wie eben der androgenetischen Alopezie. Dazu kommen genetische Einflüsse durch Vererbung sowie heute vermehrt umwelttechnische Faktoren. Auch die eigene Lebensweise beeinflusst den Haarwuchs.

Um wirklich einigermaßen genau festzustellen, worin die Ursache für ausgeprägten Haarverlust liegt, ist eine sehr umfangreiche medizinische Untersuchung notwendig. Dies kann bis hin zu einer Biopsie gehen, einer Entnahme von Körpergewebe, das in der Folge vom Pathologen analysiert wird.

Natürlich bietet der Markt eine geradezu gigantische Menge an Mitteln, die dem Haarausfall entgegenwirken sollen. Doch ob nun ein Medikament oder einfach nur Pflegemittel wie Shampoos, ihre Wirkung beruht oft nur auf dem Glauben daran. Der wird jedoch schnell aufgegeben, wenn sich zeigt, dass keine Besserung eintritt. Dazu kommt sicherlich auch die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis. So wird normaler Haarausfall von den Versicherungen nicht als Krankheit eingestuft und langwierige homöopathische oder schulmedizinische Behandlungen mit meist geringen Erfolgsaussichten gehen voll zulasten des Patienten. Aber selbst schon frei verkäufliche Pflegemittel, die auf die Vermeidung von Haarverlust zugeschnitten sind, liegen preislich oft weit über dem Durchschnitt, ohne das deren Wirksamkeit garantiert wird. Das geht aber auch nicht, denn Haarwuchs und Haarverlust sind derartig komplexe Vorgänge, dass selbst die moderne Medizin noch nicht alle Ursachen und Wirkungen kennt. Es gibt jedoch eine effektive Lösung.

Haartransplantation – der sichere Weg

HaartransplantationSchon zum Ende der 1940er-Jahre konnte ein japanischer Dermatologe erfolgreich Haartransplantationen vornehmen. In den Jahrzehnten danach wurden weitere unterschiedliche Techniken entwickelt, wobei die in Kliniken bei operativen Eingriffen immer öfter verwendete Mikrochirurgie auch der Haartransplantation zugute kommt.

Während die Technik wesentlich verfeinert wurde und der gesamte Vorgang inklusive Heilungsprozess oft nur 1 Woche dauert, bleibt das Grundprinzip gleich. Gesundes Haar, meist aus dem Haarkranz des Kopfes, der gegen Alterungsprozesse wesentlich resistenter als das übrige Kopfhaar ist, wird an die kahlen Stellen verpflanzt. Dort wachsen die Haare an und bleiben dort auch. Das funktioniert sogar bei Haarausfall aufgrund von Brand- oder Operationsnarben. Haartransplantation, ein sicherer Weg mit sofort sichtbarem Erfolg. Umfangreiche Informationen zum Thema Haartransplantation finden Sie hier.