Das Wachstum der Haare verläuft zyklisch und ist in verschiedene Phasen unterteilt, die sich regelmäßig wiederholen.

Ein Haar hat eine begrenzte Lebensdauer von zwei bis sechs Jahren. In dieser Zeit durchläuft es die drei Phasen des Haarwachstums: Wachstumsphase, Übergangsphase, Ruhephase

Wachstumsphase (Anagenphase)

Die Anagen – oder Wachstumsphase hat eine Dauer von ca. 2 bis 6 Jahren. 80-90 % der Haare, die ein Mensch auf dem Kopf hat, befinden sich in dieser Phase. Etwa 1 cm wächst jedes Haar pro Monat.

Übergangsphase ( Katagenphase)

In dieser Phase, die ca. 2 Wochen dauert,  befinden sich nur 1 % der Haare. Nachdem das Haar gewachsen ist, wird es von der Haarwurzel abgestoßen und in Richtung Kopfhaut gedrückt.

Ruhephase (Telogenphase)

Das Haar ist jetzt von der Wurzel getrennt und wird daher auch nicht mehr mit Nährstoffen versorgt. Es dauert dann in der Regel 3 bis 4 Monate bis das Haar ausfällt. Etwa 10-20 % der Haare befinden sich in der Ruhephase.
Der Haarfollikel, der zuvor das Haar nach oben gedrückt hat, wandert danach wieder zurück in die tieferen Schichten der Kopfhaut. Der Stoffwechselprozess setzt erneut und die Haarzwiebel produziert wieder neue Zellen. Damit schließt sich der Kreislauf: Neue Haare beginnen zu wachsen.

Wissenswertes über das Haar:

Haaranzahl:

Ingesamt hat der Mensch ca. 90-150 Tausend Haare  auf dem Kopf. Je nach Haarfarbe variiert die durchschnittliche Haaranzahl.
Blond: 150.000
Brünett: 110.000
Schwarzhaarig: 100.000
Rothaarig: 90.000

Kennzahlen:

Lebensdauer einer Haarwurzel: 6 – 8 Jahre
Haardichte: etwa 200 je cm2 (follikulare Einheiten/ Grafts: 80-120 je cm2)
Haardicke: 0,04mm – 0,12mm
Wachstum: ca. 1cm/ Monat
Haaranzahl: 90.000 – 150.000

Haararten:

Die Haare werden in drei verschiedene Sorten unterteilt.

  • Lanugohaar (Flaumhaar)
    Das Flaumhaar besteht aus sehr feinen und dünnen „Härchen“, die bei Babys auf der ganzen Oberfläche wachsen. Der Haarschaft enthält weder Pigmente, noch Mark.
  • Vellushaar (Wollhaar)
    Unter Wollhaar versteht man alle dünnen und kurzen Haare, die nicht zu zum Haupthaar gehören. Auch diese wachsen ohne Pigmente und Mark.
  • Terminalhaar (Haupthaar)
    Zum Terminalhaar werden alle „dicken“ Haare gezählt. Dazu gehören z.B. das Kopfhaar, Schamhaar, Arm-und Beinhaar, und die Barthaare.

Haarformen:

Auf der Welt gibt es sehr viele unterschiedliche Haarformen und Haartypen. Von gerollt, über glatt bis gewellt. Das Merkmal der Haare von Europäern liegt in der oftmals glatten  und lockigen Form. Die Asiaten hingegen haben fast ausschließlich glatte Haare und die Haare von afrikanischen Menschen zeichnen sich häufig durch sehr kleine, starke Locken aus.

Das Wachstum des Haares:

Ein Haar wächst täglich ca. 0,3-0,5 mm und im Jahr rund 15 cm. Dabei verhält sich das Wachstum zyklisch, in drei Phasen. Anders als bei Tieren, bei denen das Haar saisonbedingt unterjährig ausfällt, wächst das menschliche Haar über mehrere Haare hinweg bis es zum Ausfall kommt.
Der allgemein verbreitete Trugschluss, dass die Bart-oder Beinhaare durch häufiges, regelmäßiges Rasieren schneller wachsen, ist nicht richtig.

Haarkrankheiten:

Erkrankungen von Haaren haben verschiedene Ursachen. Dazu gehören genetische, hormonelle Gründe und Umwelteinflüsse.

Folgende Krankheiten sind allgemein bekannt:

  • Haarausfall (Alopezie)
  • Überbehaarung
  • Haarmangel
  • Haarbruch durch Veränderung der Haare
  • Männliche Behaarung bei Frauen
  • Farblosigkeit der Haare
  • Tumor der Haarfollikel